Handball Regeln: Wie lautet das Regelwerk?

Das Handballspielen steht nicht nur in Deutschland hoch im Kurs, es ist auch international eine beliebte und weltweit bekannte Sportart, die von allen Altersklassen gerne ausgeübt wird. Anders als der Name vermuten lässt, sind Handball Regeln nicht mit denen vom Fußball gleichzusetzen. Die Regelwerke dieser Sportarten sind grundverschieden und basieren auf unterschiedlichen Ursprüngen.

1906 wurden die Handball Regeln, nachdem sie 1898 von Holger Nielsen zusammengefasst worden sind, erstmals veröffentlicht. 1919 wurden sie durch Karl Schelenz und andere Sportfunktionäre verfeinert. Ab 1925 fanden dann auch internationale Spiele nach der deutschen Regelfassung statt. Mittlerweile werden die Handball Regeln in etwas größeren Abständen regelmäßig überarbeitet und angepasst. Das Regelwerk dieser Sportart umfasst 18 Regeln.

Eine Mannschaft besteht aus bis zu 14 Spielenden, von denen 7 Spielende sich auf dem Spielfeld befinden und die restlichen Teilnehmer als Wechselspieler fungieren. Auf dem gesamten Feld befinden sich während eines Handballspiels also insgesamt 14 Spielende aus 2 Mannschaften und zwei Schiedsrichter.

Auswechselung von Spielern

Beim Auswechseln der Spieler ist ein fliegender Wechsel, ohne begrenzte Anzahl, möglich. Dabei dürfen auch bereits ausgewechselte Spieler wieder in das Spielgeschehen eingebunden werden. All das darf nur über die Auswechsellinie passieren. In diesem definierten Raum halten sich die Ersatzspieler auf. Wichtig zu beachten ist, dass die Linie nicht überschritten werden darf, weil es sich dann um einen Wechselfehler handelt. Als Strafe muss die betroffene Mannschaft zwei Minuten lang auf einen Mitspieler verzichten und das gegnerische Team erhält einen Freiwurf.

Schrittfolge

Zu den grundlegendsten Handball Regeln zählen die Schrittfolge, das Spielen des Balls und die festgelegten Richtlinien, um Fouls und Widrigkeiten zu vermeiden. Mit dem Ball in der Hand darf der Spielende maximal drei Schritte machen. Sollte er diese Anzahl überschreiten, erhält die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf. Wird der Ball nach dem dritten Schritt geprellt, dürfen drei weitere Schritte folgen. Danach muss er an einen Mitspielenden abgespielt oder auf das Tor geworfen werden. Im Spiel darf der Ball mit allen Körperteilen vom Kopf bis oberhalb des Knies berührt werden. Mit dem Fuß darf er nicht in Kontakt geraten.

Ausspiel, Fouls und Freiwürfe

Wenn ein Team den Spielball ins Aus befördert, erhält die gegnerische Mannschaft den Ballbesitz und darf einen Einwurf von der Seitenlinie aus durchführen. Dabei muss ein Fuß auf der Linie stehen. Beim Spielen mit angewinkelten Armen Körperkontakt mit einem gegnerischen Spieler aufzunehmen, um ihn zu begleiten und dadurch abzudrängen, ist nicht verboten, solange dabei nicht mutwillig gestoßen, geschubst oder geschlagen wird. Den Gegenspieler am Körper oder an der Kleidung festzuhalten, auch wenn er noch weiterspielen kann, ist nicht erlaubt und kann, wie alle anderen Widrigkeiten dieser Art, mit einer 2-Minuten-Strafe belegt werden. Das betroffene Team spielt währenddessen in Unterzahl weiter. Im Ermessen des Schiedsrichters können solche widrigen Situationen und Fouls auch mit einem Freiwurf oder einem 7-Meter-Wurf für das gegnerische Team geahndet werden. Ein Spieler, der ein Foul begangen hat, kann außerdem unter bestimmten Umständen eine Gelbe Karte erhalten. Wird für einen Spielenden zum dritten Mal eine 2-Minuten-Strafe ausgesprochen, erhält er gleichzeitig die Rote Karte und ist somit für den Rest des Spieles gesperrt.

Bei schwerwiegender Tätlichkeit oder groben Foulspiels kann der Schiedsrichter den Spieler direkt mit einer rote Karte bestrafen.

Vor dem Tor gibt es einen, mit einer Linie gekennzeichneten, 6-Meter-Torraum, der nur von dem Torwart betreten werden darf. Wird ein Foulspiel oder ein Regelverstoß innerhalb dieses 6-Meter-Kreises von der abwehrenden Mannschaft ausgeübt, erhält das angreifende Team immer einen 7-Meter-Strafwurf. Begeht die angreifende Mannschaft das Vergehen, darf das andere Team einen Freiwurf ausführen.

Bei einem Freiwurf muss der Spieler einen Abstand von mindestens neun Metern zum gegnerischen Tor einhalten. Dabei kann er sich an der gestrichelten 9-Meter-Linie orientieren.

Timeouts

Um während eines Spiels die Teamtaktik zu besprechen oder zu ändern, stehen jeder Mannschaft drei Team-Time-Outs von je einer Minute zur Verfügung. Allerdings dürfen pro Auszeit nur maximal zwei von ihnen in Anspruch genommen werden. Brechen die letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit an, darf nur ein Team-Time-Out bestehen.

Liegen verbindliche Gründe wie die Überprüfung einer Situation mittels Videobeweis, eine notwendige Rücksprache zwischen den Schiedsrichtern oder eine schwerwiegende Verletzung vor, kann auch der unparteiische Schiedsrichter das Spiel mit einem Time-Out unterbrechen.

Mit der Zeit wurden viele Handball Regeln überarbeitet, angepasst und verfeinert. Dabei muss immer beachtet werden, dass teilweise Unterschiede zwischen professionellen Wettkämpfen und Spielen im Amateur-Bereich bestehen. Die Grundregeln bleiben aber gleich und sind international abgestimmt, um mögliche Auseinandersetzungen und Missverständnisse zu vermeiden.